Was ist los in der Schilleria

Donnerstag 19. Oktober 2017:
Heute trifft sich der Jugendhilfeausschuss bei uns in der Schilleria. Wir stellen unsere Arbeit vor UND ein großes Problem: Die Schilleria hat die Kündigung des Vermieters erhalten!
Gestern waren wir bei der Bezirksverordnetenversammlung: Es war spannend zu sehen, wie abhängig wir im Grunde genommen von der Politik sind. Wer trägt welche Verantwortung? Wir zumindest tragen die Verantwortung für die Mädchen (als Schnittstelle und als Freizeit- und Schutzraum), die die Schilleria seit Jahren besuchen. Für uns ist klar, wir können hier nicht weg!
Die Schilleria ist ein Jugendclub, welcher Empowerment- und Freizeiträume für junge Frauen und Mädchen ab 7 Jahren bereitstellt. Hier können Mädchen unter sich sein, entspannen und bekommen bei Bedarf Hilfe und Unterstützung. Der Mädchentreff „Schilleria“ ist seit 2002 im Schillerkiez in Berlin Neukölln ansässig. Einrichtungsträger ist der gemeinnützige Mädchen- und Frauenverein MaDonna Mädchenkult.Ur e.V..

Die kulturelle sowie außerschulische Bildung, Berufsorientierung, Antidiskriminierungs- und Empowermentarbeit sind wichtige Schwerpunkte der Arbeit in der Schilleria. Dies ermöglicht den Besucherinnen, kostenfreie Bildungs- und Freizeitangebote wahrzunehmen und sich in einem geschützten Gestaltungs- und Rückzugsraum auszuleben. Die meisten Besucherinnen leben in der direkten Nachbarschaft, sie kommen fast täglich in die Einrichtung, oftmals direkt nach der Schule und dies über Jahre hinweg. Für viele der Mädchen und Frauen ist die Schilleria wie ein zweites Zuhause, da sie hier sowohl ihre Fähigkeiten und Ideen ausleben als auch neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung kennenlernen können.

Mitte September 2017 hat die Schilleria vom Vermieter die Kündigung ihrer Räume zum 31. 12. 2017 erhalten. Seit einigen Jahren gehört das Haus der Greta AG; laut Hausverwaltung ist diese ein skandinavischer Investmentfonds, der viele Häuser besitzt, auch in Neukölln. Die Kündigung wurde persönlich vom Geschäftsführer der Greta AG veranlasst und uns durch die Hausverwaltung Ernst G. Hachmann zugestellt. Es wurde zwar die Möglichkeit eines neuen Mietvertrags in Aussicht gestellt, allerdings haben wir bis heute keinen Kostenvorschlag erhalten; lediglich den Hinweis, dass ein neuer Mitvertrag an eine erhebliche Mietpreiserhöhung gebunden wäre. Dies bedeutet konkret eine Verdopplung des Mietpreises!

Der Träger der Einrichtung kann eine solche Mieterhöhung nicht aus eigener Kraft stemmen. Da die Einrichtung von der Regelfinanzierung des Jugendamtes abhängig ist, sind wir nun auf finanzielle Unterstützung seitens der Politik angewiesen. Dazu wird die kommende Sitzung des Jugendhilfeausschusses heute am 19.10.2017 in der Schilleria um 17h stattfinden.
Wir fordern nicht nur finanzielle Unterstützung sondern auch einen starken Vertreter; eine Politik, die die Interessen der Mädchen und jungen Frauen vertritt, ist eine Politik, die es nicht zulässt, dass soziale Leuchtturmprojekte wie die Schilleria verdrängt werden!

Wir sind nun auf Unterstützung und Solidarität von vielen Seiten angewiesen. Wir bitten deshalb PolitikerInnen, NachbarInnen, JournalistInnen und alle anderen Menschen in Neukölln, sich an unsere Seite zu stellen und sich mit uns gemeinsam dafür einzusetzen, dass der Schilleria-Mädchentreff genau dort bleiben kann, wo er gebraucht wird! Nämlich mitten im schicken Schillerkiez, bunt und gut sichtbar für alle PassantInnen, schnell zu Fuß erreichbar für all die Mädchen, die seit 15 Jahren zu uns kommen, in die Weisestraße 51!